Sucht ist ein Thema, das viele betrifft – sei es direkt oder indirekt. Ob es um Alkohol, Drogen, Nikotin, Social Media oder sogar Gaming geht: Sucht kann schleichend beginnen und unser Leben stark beeinflussen. Hier erfährst du, was Sucht bedeutet, wie sie entsteht und was du tun kannst, um damit umzugehen.
Was ist Sucht?
Sucht bedeutet, dass eine Person von einer Substanz (z. B. Alkohol, Drogen) oder einer Verhaltensweise (z. B. Gaming, Social Media) so abhängig ist, dass sie kaum noch ohne auskommt. Dabei können sowohl der Körper als auch die Psyche betroffen sein.
Es gibt zwei Arten von Sucht:
- Physische Abhängigkeit: Der Körper verlangt nach der Substanz und bei Verzicht treten Entzugserscheinungen auf.
- Psychische Abhängigkeit: Ein starkes Verlangen (Craving), die Substanz zu konsumieren oder das Verhalten auszuführen, um sich besser zu fühlen oder Probleme zu verdrängen.
Wie entsteht Sucht?
Sucht entsteht oft schleichend. Zu den Auslösern können gehören:
- Stress und Druck (z. B. in der Schule oder bei der Arbeit)
- Probleme in der Familie oder im Freund:innenkreis
- Langeweile oder fehlende Ziele
- Flucht vor negativen Gefühlen wie Traurigkeit oder Angst
Was als gelegentlicher Konsum oder Hobby beginnt, kann schnell zur Gewohnheit werden. Im Gehirn wird durch den Konsum oder das Verhalten das Belohnungssystem aktiviert – man fühlt sich kurzfristig gut. Doch je öfter das passiert, desto mehr verlangt das Gehirn nach der gleichen oder einer noch stärkeren Dosis.
Inhalt
Woran erkenne ich Sucht?
Es gibt Warnsignale, die auf eine Sucht hindeuten können:
- Du kannst nicht aufhören, obwohl du es willst.
- Du vernachlässigst Schule, Arbeit oder Hobbys.
- Du isolierst dich von Freund:innen und Familie.
- Du brauchst immer mehr von der Substanz oder Aktivität, um dich „normal“ zu fühlen.
- Du merkst körperliche oder psychische Folgen, wie Nervosität, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen.
Was tun, wenn Sucht ein Problem wird?
Wenn du das Gefühl hast, dass du Probleme mit Sucht hast, ist es wichtig, nicht wegzuschauen. Hier sind einige Tipps:
- Erkenne das Problem: Der erste Schritt zur Veränderung ist, ehrlich zu dir selbst zu sein und das Problem anzuerkennen.
- Sprich mit jemandem darüber: Vertrauenspersonen wie Freund:innen, Familie oder Lehr:innen können eine große Hilfe sein. Auch wir vom Team online:socialworker stehen dir gerne mit Rat zur Seite.
- Hol dir professionelle Unterstützung: Es gibt Beratungsstellen und Hotlines, die kostenlos und anonym helfen. Suchtberater:innen, Psycholog:innen oder Ärzt:innen können dir Wege zeigen, wie du die Kontrolle zurückgewinnst.
- Sei geduldig mit dir selbst: Veränderung braucht Zeit. Es ist okay, Rückschläge zu haben – wichtig ist, dran zu bleiben.
Wie kann ich mich vor Sucht schützen?
- Lerne mit Stress umzugehen: Entspannungstechniken wie Meditation oder Sport helfen, Druck abzubauen.
- Setze Grenzen: Zum Beispiel beim Medienkonsum oder bei Partys mit Alkohol.
- Bleib kritisch: Lass dich nicht von Gruppenzwang beeinflussen. Es ist okay, „Nein“ zu sagen.
Wo gibt es Hilfe?
- Nummer gegen Kummer (für Kinder und Jugendliche): 116 111
- Suchtberatungsstellen in deiner Nähe: Suche online nach lokalen Angeboten, oder meld dich bei uns, dem Team von online:socialworker und wir schauen gemeinsam nach einem passenden Angebot für dich!
- Online-Hilfe: Viele Websites und Apps bieten Unterstützung, z.B. von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).
Denke daran: Sucht ist keine Schwäche, sondern eine Krankheit, die behandelt werden kann. Der wichtigste Schritt ist, Hilfe zu suchen. Du bist nicht allein!